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Geschichtliches
Die Gemeinde Stephanskirchen zählt heute mit rund 10.000 Einwohnern und einer Fläche von 2.651 ha zu den größe­ ren Gemeinden im Landkreis Rosenheim. Sie liegt auf einer stark besiedelten Hochebene zwischen dem Inn im Westen und dem Simssee im Osten. Im Süden bildet das Tal der Sims eine weitere na­ türliche Grenze, im Norden des Gemein­ degebietes erstrecken sich einige grö­ ßere Waldgebiete. Westlich grenzt die Gemeinde an die kreisfreie Stadt Rosen­ heim. Die Gemeinde Stephanskirchen umfasst 48 Ortsteile. Die Siedlungs­ schwerpunkte sind heute Schloßberg und Haidholzen.
Stephanskirchen im Lauf der Zeit
Die ältesten Siedlungsspuren im Ge­ meindegebiet, am Ziegelberg und am Doblergraben, gehen auf das 4. und 3. Jahrtausend vor Christus zurück. Unter den Römern gehörte der Bereich um das heutige Dorf Leonhardspfunzen zur
Schloss Rosenheim, um 1580
Siedlung Ad Enum. Die Innbrücke lag damals nördlich von Leonhardspfunzen bei Mühlthal. Um das Jahr 790 ist eine erste christliche Kirche, die „ecclesia ad sinsa“ im Gebiet um Sims und Simssee genannt. 1130 er­ scheint das Dorf Stephanskirchen erst­ mals urkundlich als „stevenchirgen“. Die spätere Pfarrkirche St. Stephanus wurde 1518 geweiht. Schloss Rosenheim auf dem Schloßberg über der Innbrücke wurde 1234 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und entwickelte sich unter den Wittelsbachern zum Verwaltungs­ und Gerichtssitz eines weiten Umlandes.
Die einstigen Hauptmannschaften Gehe­ ring und Stephanskirchen, Vorläufer der heutigen Gemeinde Stephanskirchen, waren bis ins 18. Jahrhundert überwie­ gend bäuerlich geprägt. Zu kleinen Dör­ fern entwickelten sich neben Gehering und Stephanskirchen auch Baierbach, Leonhardspfunzen, Waldering und Wes­ terndorf. Nach 1800 veränderte sich das soziale Gefüge durch neue Siedlungen in der Hofleiten, am Kuglmoos, in der Lau­
Stephanskirchen, 1810 (Stadtarchiv Rosenheim)
terbacher­, Simser­ und Westerndor­ ferfilze. Durch die Gemeindeedikte von 1808 und 1818 wurden in Bayern soge­ nannte Ruralgemeinden gebildet. Nach­ dem eine Angliederung von Hofleiten und Schloßberg an Rosenheim geschei­ tert war, entstand die Gemeinde Ste­ phanskirchen. Die reichen Stephanskir­ chener Bauern hatten wenig Freude an der Zusammenlegung mit ihren Nach­ barn, meist Schiffsleute, Handwerker und Tagelöhner, für die sie hohe Sozial­ lasten zu tragen hatten. Daher kam es beim 2. Gemeindeedikt 1818 zur Bildung einer eigenen Gemeinde Hofleiten, die zusammen mit Stephanskirchen eine Art Doppelgemeinde bildete. 1855 wurde die endgültige Vereinigung von Hofleiten und Stephanskirchen vollzogen. Streite­ reien zwischen beiden Gemeindeteilen in Kirchen­ oder Schulangelegenheiten und erfolglose Versuche der Schloßberger und Hofleitner zur erneuten Bildung ei­ ner eigenen Gemeinde prägten das ge­ meindliche Leben bis ins späte 19. Jahr­ hundert.
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